Strom

Energie einsparen - nachhaltig produzieren

Verwertung und Produktion

Gasverwertung
Das im Faulturm und in der Nachfaulung gebildete Klärgas wird über Sicherheitsarmaturen in den Gasspeicher geleitet. Der Gasspeicher, ein druckloser Ballon, dient als Puffer, da der Gasanfall nicht gleichmässig ist. Dabei wird die Gasqualität gemischt. Das Gas wird zudem über Aktivkohlefilter gereinigt. Anschliessend wird der Gasdruck mit Gasgebläsen und Kompressoren auf den erforderlichen Druck der Verbraucher erhöht. Mittels vier Gasturbinen und einem Blockheizkraftwerk wird das gesamte Gas in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird ins ARA-interne Stromnetz und die Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist.

Kleinwasserkraftwerk
Im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit zwischen Entsorgung St.Gallen (ESG) und dem AVM ist die Ableitung ARA Hofen mit dem Kraftwerk und der gemeinsamen Seeleitung 2011-2014 erstellt worden.

Das gereinigte Abwasser der ARA Hofen gelangt in den Ausgleichsweiher und von dort über einen Grobrechen in die Druckleitung zum Kraftwerk Morgental. Je nach Abwasseranfall und Seespiegel des Bodensees werden 100-840 l/s in einer dreidüsigen Peltonturbine verstromt. Bei Revision muss die Druckenergie in der Drallkammer vernichtet werden. Das Wasser fliesst anschliessend gemeinsam mit dem gereinigten Abwasser der ARA Morgental über einen Freispiegelkanal zum Bodensee. Die im Abwasser enthaltene Restwärme wird über Wärmepumpen in das Fernwärmenetz eingespeist.

Photovoltaik
Eine Photovoltaikanlage besteht hauptsächlich aus einem Solargenerator, der sich aus miteinander verbundenen Solarmodulen zusammensetzt. Jedes Modul enthält Solarzellen, die die Sonnenstrahlung in elektrische Energie umwandeln. Dabei wird der photovoltaische Effekt ausgenutzt.

Die beiden auf der Kläranlage installierten PV-Anlagen mit total 36 kWp produzieren ca. 30‘000 kWh/Jahr. Dies entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Verbrauch von elektrischer Energie von etwa sieben Einfamilienhäusern.

Windturbine

Im Rahmen einer Forschungsarbeit der Trunz Watersystems AG in Steinach wurden 2012 vier Windturbinen auf der ARA Morgental installiert und unter widrigsten Bedingungen im realen Feldversuch auf Herz und Nieren getestet. Im Fokus standen vor allem Leistungsmessungen in Abhängigkeit zur effektiven Windgeschwindigkeit.

Bei allen Turbinen handelte es sich um sogenannte Off-Grid-Systeme. Das heisst, sie sind für den Betrieb abseits des öffentlichen Netzes konzipiert. Dabei wird der produzierte Strom in grossen Bleigel-Akkus zwischengespeichert. In Entwicklungsländern wird diese Energie dann zum Aufbereiten von Wasser genutzt.

Nach dem Ende der Untersuchung beschloss die Trunz Watersystems AG, dem AVM eine Windturbine zu Demozwecken zur Verfügung zu stellen. Die produzierte Energie wird heute via Wechselrichter direkt ins Stromnetz der ARA Morgental eingespeist.

Zum Vergleich können mit der produzierten Jahresstrommenge 100’000 Smartphones oder 2'000 E-Bikes geladen werden.